Arzt4Empfaenger's Blog

Februar 17, 2013

Photographer dads 2

Filed under: Favoriten,gesehen und gehört,Humor — arzt4empfaenger @ 11:05 pm

Love those!

Photographer dad 2:

http://www.billgekas.com/p1014938437

http://www.petapixel.com/2013/02/15/portraits-of-a-daughter-in-the-style-of-old-master-paintings/

And those are excellent, if different:

http://www.ninakatchadourian.com/photography/sa-flemish.php

 

http://www.behance.net/gallery/Plastic-Fantastic/2304278

 

http://www.annabregmanportraits.co.uk/Hendrik-Kerstens%282243140%29.htm

Juni 24, 2010

DAC Nachtrag

Filed under: Favoriten,gesehen und gehört,Gesundheitssystem — arzt4empfaenger @ 9:32 pm

Aufgrund technischer Probleme an dieser Stelle nur ein Kurznachtrag zu den DAC-Honorararzt-Highlights des vergangenen Dienstags

– insgesamt recht guter, humorvoller Beitrag von Herrn Hartung zu Honorarärzten und seiner Erfahrung mit Ihnen

– gelungene, angemessene (und dabei nicht polemische i.S. von „auf das Niveau einer Schlammschlacht lassen wir uns nicht herab“) Reaktion von Herrn Schäfer auf den verbalen Schüttler´schen „Fehltritt“ sowie ein weiterer spannender Beitrag über Honorarärzte.

Mehr dazu später…!

Juni 21, 2010

Unfaßbar!

Filed under: Favoriten,gesehen und gehört,Gesundheitssystem — arzt4empfaenger @ 9:04 am

(Basically, the president of one large German anesthesiologists´society made a very disrespectful comment about locum doctors in Germany, who are still „new“ here although it´s an internationally successful or renowned activity form; it´s hard to translate but imagine replacing the „service“ in „health service“ with „mischief“.)

Im Focus Online-Artikel „Narkoseärzte haben es sich bequem gemacht“ spricht Herr Schüttler wieder einmal vom Honorararzt-UNwesen. Der Artikel ist eine Frechheit und entbehrt nicht unbedingt einer gewissen Stammtisch-Dynamik.*
Mehr dazu später…

Zum eigentlichen Affront, dem Thema freiberuflicher Anästhesisten:
Ich halte die Entwicklung dennoch für sehr problematisch, weil bei Honorarärzten die üblichen Mechanismen der Qualitätssicherung nicht greifen. Sie kommen und gehen, sind nicht eingebunden in ein Team. Das Honorararzt-Unwesen ist der Feind einer qualitativ hochwertigen Medizin. Viele Krankenhäuser kämpfen deshalb darum, diese Entwicklung wieder rückgängig zu machen.
“ (Zitat Schüttler)

Die Unseriösität dieser Aussage raubt mir den Atem! Der von mir fett hervorgehobene Satz ist in seiner Polemik kaum zu übertreffen.
Auch Honorarärzte sind, wie alle Ärzte, an die gleichen ärztlichen Pflichten gebunden und müssen sich an die Qualitätsregeln halten, zudem sind Honorarärzte zu großen Teilen aus der Klinik „ausgestiegene“ Fachärzte mit einem großen Erfahrungsschatz, auch ehemalige Oberärzte oder Chefärzte.
Wer sich in Teams nicht einarbeiten kann, wird in der Regel nicht Honorararzt (oder sollte es sich zumindest nochmal überlegen), aber auch der sozialverträglichste Honorararzt kann nichts ausrichten, wenn er mit einem „kaputten“ und von Neid, Mißgunst, Frust und Resignation geprägten „Team“ (das der Bedeutung des Begriffs kaum noch gerecht wird) oder einer Klinik mit suboptimaler Infrastruktur konfrontiert wird.

Anstatt das Potential zu sehen, daß in gezieltemEinsatz von Honorarkräften besteht, fällt er ihnen – scheinbar aus persönlicher Laune heraus und nicht fundiert – in den Rücken. Ohne Studien oder andere Quellen anzuführen, aus denen er seine „Erkenntnisse“ zieht. Das ist in meinen Augen reine Stimmungsmache!

Was den letzten Teil des Zitates angeht, da müssen die Krankenhäuser doch nicht kämpfen – bezahlt eure Ärzte angemessen, entlastet sie, anstatt sie untereinander auszuspielen (u.a. aber nicht ausschließlich z.B. furch Honorarkräfte, die Krankenvertretungen übernehmen anstatt die Kollegen, die frei hätten, in den Dienst zu erpressen), bezahlt die Überstunden und bietet eine gute Weiterbildung an. Behandelt eure Studenten und PJler nicht wie Dreck und unbezahlte Sklaven, wenn ihr das Fach und die Arbeit in der Klinik generell attraktiv halten wollt. Ist das so schwer zu verstehen? Ich fass es einfach nicht.

Unter Firefox scheint die Kommentarfunktion der Focus Online-Seite übrigens nicht wirklich gut zu funktionieren, Safari hat hier ausnahmsweise bessere Dienste geleistet. Gerade durfte ich abr feststellen, daß der Admin der Seite Kommentare, die „gegen die Netiquette verstoßen“ nicht veröffentlicht… wer kommentieren will, muß sich also Worte der Kritik wie „Stammtischniveau“, „unseriös“ und „polemisch“ verkneifen.


Seinem Fach tut er wirklich (k)einen großen Dienst. Er kritisiert, daß sich „viele Kollegen“ in „trügerischer Sicherheit“ wiegen, wobei fraglich ist, ob er damit nicht größtenteils Honorarärzte (von denen schätzungsweise über 30% Anästhesisten sind) meint. Vielleicht klingt das aber nur für mich so.
Im Artikel beruft er sich auf neue Studien (ohne genaue Quellenangabe), denen zufolge „jeder 10.000. Patient im Anschluss an eine Narkose stirbt“, während es in den 90ern noch jeder 250.000. Pt. gewesen sei… (Nun, wenn man sieht, was für multimorbide Wracks – ich benutze diesen Begriff jetzt mal provozierend und ganz und gar nicht politisch korrekt – heutzutage noch in den OP geschoben werden, wundert es einen nicht, daß relativ mehr Patienten versterben, falls diese Daten denn stimmen sollten – das schlimmste, was ich mal sehen „durfte“ war die uralte Mamma-Ca.-Oma, die sie ungelogen mit annähernder Schnappatmung in der Einleitung abgeben wollten… wie ticken die denn?!).
Herr Schüttler ist sich der erhöhten (Multi-)Morbidität der heutigen Patienten anscheinend auch bewußt und sagt einerseits, daß man das reine Narkoserisiko kaum abschätzen könne, da sie „untrennbar mit der Operation an sich verbunden“ seien; daß die OP auch ein Problem sein könne, schließt er unmittelbar danach allerdings wieder aus. Am witzigsten finde ich noch die Bemerkung, daß es bei der Sterbehäufigkeitsauswertung der Studien um Eingriffe unter Anästhesie ginge… ist ja irgendwie klar, daß bei einer Fingernagel-OP in Lokaler das Sterberisiko geringer ist, und wie viele „größere“ OPs ohne Anästhesie gemacht werden, möchte ich gerne mal wissen. Daten über die Sterbehäufigkeit bei großen Eingriffen ohne Anästhesie gab es vermutlich eher zu Zeiten der Feldlazarett-OPs an der Front… (Hier ham‘ se ihren Beißkeil, Herr Müller) :/
Wie gesagt, da tut er seinem Fach einen tollen Dienst, will er so den Nachwuchs ansprechen? Eher nicht.

Juni 20, 2010

„Honorarärzte“ beim DAC 2010

Filed under: Favoriten,gesehen und gehört,Gesundheitssystem — arzt4empfaenger @ 7:40 pm

Zum heißen Thema Honorarärzte gab es bislang wenig auf dem Deutschen Anästhesiecongress, aber hier immerhin die bisherigen Highlights (sowohl in positivem als auch negativem Sinne, alles ohne Gewähr, da meinem nach nur einem Kaffee noch von Morgenmüdigkeit gelöcherten Hirn und einigen wenigen Notizen geschuldet):

Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Schütter, Kongress-Präsident und Präsident der DGAI äußert den unschmeichelhaften Begriff „Honorararztunwesen“. Na vielen Dank auch. ;-(

Dr. Nicolai Schäfer, Vorsitzender des Bundesverbandes der Honorarärzte aus Potsdam spricht über das Thema „Stört der Honorararzt unsere Strukturen? Der Honorararzt stört unsere Strukturen nicht!“ und stellt u.a. kurz die Honorararztstudie vor, die sich um eine Bestandsaufnahme der insgesamt tätigen Honorarärzte in DE bemüht (im Ausland sind „Locums“ oder Locum Doctors“ längst nichts Exotisches mehr, aber wir hinken ja immer etwas hinterher…). Das im Titel bereits angedeutete potentielle Risiko der Freiberufler, mit bestehenden Strukturen störend zu interagieren, führt er auf eben diese Strukturen zurück und verweist auf die seit 1993(?) bestehenden Veränderungen in den medizinischen Abteilungen sowie im System der Krankenhausfinanzierungen.
Letzten Endes könnte man unterstellen, daß es die Natur der aktuellen Strukturen sei, die viele Ärzte in die Flucht (in diesem Falle ins Honorararztwesen) treibe.
Kurz erklärt gab es in den Neunzigern eine Kehrtwendung der Zweck-Mittel-Relation um 180 Grad und aus Geld als Mittel zum Zweck (nämlich der Patientenversorgung) wurde das heute bestimmt jedem bekannte Konzept des Erwirtschaften von Gewinnen, in dem die Patienten Mittel zum Zweck sind (u.a. durch Fallpauschalen, gesetzliche Budgetkürzungen, DRG-System**), Vieles unter dem Deckmantel der „Ökonomisierung“. Daß Medizin so keinen oder zumindest weniger Spaß macht muß man glaube ich nicht erklären, und es wird auch kaum jemanden wundern.

(Man könnte sagen, das kommt davon, wenn man Marktwirtschaft im Gesundheitswesen will.
Daß Chefärzte heute nicht mehr „Chefs“ im früheren Sinne sind ist ebenfalls bekannt (das erklärt auch, warum so ein – der lokalen Hierarchie teilweise entrückter – „Gast-Arzt“, der im normalen Rahmen der klinischen Tätigkeit(!) sein eigener Chef ist, das sowieso stark angeknackste Ego der alten „Chefs“ reizt.)

Demgegegenüber folgt der Vortrag von Prof. Dr. med. Thomas Möllhoff aus Aachen mit dem Titel „Der Honorararzt stört unsere Strukturen wohl!“, der überwiegend von Negativerfahrungen einiger Kliniker berichtet – trotz der (bereits scheinbar) manipulativ gewählten Reihenfolge der Vorträge überzeugt seine Argumentation nicht wie (wahrscheinlich) erhofft, wie man auch an der Abschlußdiskussion spüren kann. Die zum Negativthema ca. 20(!) befragten Chef- bzw. Oberärzte sind letztendlich statistisch nicht wirklich relevant. Und ganz im Ernst, schwarze Schafe gibt es überall, und zwar in Normalverteilung!

Am Dienstag gibt es meines Wissens Weiteres zu Honorarärzten im Rahmen des „Seminars für Ärzte in Leitungsfunktionen“ im Saal Istanbul, man darf gespannt sein.

(**Zu diesem Thema gab es übrigens vor einiger Zeit einen wie ich finde sehr schönen Beitrag auf ARD bzw. ARD Extra, der in der Mediathek als Videostream zu finden ist: Auslaufmodell Landarzt. Hier berichtet Landarzt Michael Sturm über die Konflikte, die Fallpauschal-assoziiert gerade auch im Umgang mit chronisch kranken Patienten auftreten, und natürlich über Nachwuchsmangel.)

Ach so! Ein weiteres, zwar DAC-fernes aber dennoch absolutes Highlight hier in Nürnberg ist natürlich der Schweineschulterkrustenbraten mit rohem Kloß und Sauerkraut! Ein Gedicht! Da sage noch mal jemand, daß sich Reisen zu Kongressen nicht lohnen würden! 😉 Die Nürnberger Würschtl sind selbstredend auch schwer zu schlagen.

Mai 14, 2010

Markenidiotie und Namensterben

Filed under: Favoriten,gesehen und gehört — arzt4empfaenger @ 9:57 pm

„Raider“ wurde „Twix“, „Werthers (grammatikalisch korrekte) Echte“ wurden zu „Werther’s Original“ (Englische Schreibweise). „Die Cuty Bank“ wurde zur „Targo Bank“, Die „Hamburg Mannheimer“ wird „Ergo“ und „entläßt“ den guten, lang bewährten „Herrn Kaiser!“.

Sogar „Käpt’n Iglo“ wurde vor einigen Jahren zu meinem Schrecken „berentet“ und durch einen jungen, schwarzhaarigen Kerl mit Dreitagebart ersetzt, der wahrscheinlich eher die Hausfrauen und Mütter ansprechen sollte als den Markennamen mit Würde zu tragen. Was habe ich mich aufgeregt, aber zum Glück schien es anderen auch so zu gehen und der Jungspund verschwand wieder in der Versenkung. Vielleicht sollte er auch einfach mit seinem jugendlichen Charme die Kinder mehr begeistern – denn wir alle wissen ja, daß der kluge Werbekopf den Nachwuchs ansprechen muß, wenn ein Produkt gekkauft werden soll – aber selbst das konnte und kann ich nicht nachvollziehen. Der Weihnachtsmann oder Sankt Nikolaus wird schließlich auch nicht plötzlich als Student vorgestellt (auch wenn oft einer drinsteckt 😉 ).

Das Brandt Zwiebackbaby wechselte still und leise, aber als der Kinderschokoladenjunge ersetzt wurde, war die Akzeptanz nicht gerade vorbildlich; die Anti-Kevin-Kampagne steht für sich.

Jetzt zieht „Calgonit“ nach und nimmt den Namen seines ausländischen/eglischsprachigen Zwillings „finish“ an. Als ich es gerade in der Werbung hörte, konnte ich mir das Augenrollen nicht verkneifen.

calgonit

Was für Idioten gibt es eigentlich in den Reihen der deutschen Werbefritzen?! Ein jahrelang etablierter Name wird einfach geändert. Meiner Meinung nach ist das genauso dämlich wie der willkürliche Wechsel von Düften und Werbejingles (-melodien). Penaten Puder wird blumiger im Duft, das Babyöl ebenfalls; anstatt einfach das Original als solches zu belassen und noch eine weitere Duftrichtung herauszubringen, wird es eingestellt. Absolut unglaublich in Zeiten, in denen es sowieso schon viel zu viele Duftvarianten gibt. Feuchtes Toilettenpapier und Slipeinlagen in Kamille, Aloe, Meeresbrise, Dschungelaroma, Patchouli-Banane-Mango – wo führt das hin? Letztendlich hat der Kunde die Auswahl zwischen dreißig Gestanksvarianten und vergeht u.U. in ewiger Nostalgie auf der Suche nach dem nicht mehr vorhandenen Original. Ich habe noch eine alte Babyölflasche, an der ich, als ich sie in einem Karton gefunden habe, sehnsüchtig geschnuppert habe. Irgendwann ist sie ranzig und der Duft der Kindheit wird verschwunden sein. Ein Trauerspiel.

Zuück zum Stein bzw. Diamanten des Anstoßes. Neben der Tatsache, daß „finish“ vor einem protzigen Diamanten klein erscheint und nicht die Klasse des Calgonits mit seinem dezent strahlenden i-Punkt hat,

„Lagnese“ heißt im Ausland „Wall’s“, Burger King ist in Australien z.T. als „Hungry Jack’s“ bekannt (Letzteres hat eigentlich eine eigene Geschichte und paßt nicht ganz in das typische Schema; in Australien gibt es daher BK und HJ parallel). Nicht jeder Name muß weltübergreifend angeglichen werden, um die Produkte erfolgreich zu machen.

Auf der Webseite heißt es, daß „Viele Verbraucher“(…) „schon bemerkt haben, dass seit Juli 2008 jede CALGONIT-Packung ein kleines FINISH-Logo ziert. Reckitt Benckiser vereinheitlicht damit weltweit den Markenauftritt seiner Geschirrspülprodukte.

In einigen Ländern, wie beispielsweise Großbritannien und Italien, tragen die Produkte schon heute den neuen Namen „FINISH“. Ab 2010 wird auch die deutsche Produktpalette namentlich angeglichen. Ansonsten bleibt die seit 80 Jahren bekannte Traditionsmarke, was sie ist: Die von Geschirrspül-maschinenherstellern am häufigsten empfohlene Marke. Auch wenn CALGONIT demnächst FINISH heißt, eins bleibt garantiert: Die bewährte Qualität.“

Hmpf. Mir wäre der bewährte Name lieber. Noch ein englischer Name auf der Produktpalette, noch ein unbekanntes Logo in vertrauter Schriftart und Farbe. Um modern zu sein und im internationalen Wettbewerb gut dazustehen müssen wir nicht alles mit Anglizismen versehen. Die Engländer z.B. würden ja auch nie auf die Idee kommen, ihre Produkte mit deutschen Namen zu beglücken.

Alles Humbug!

Mai 7, 2010

Hier unterzeichnen!

Filed under: Favoriten,Gesundheitssystem — arzt4empfaenger @ 12:32 pm

Please sign the below linked petition. In Germany, insurance fees for midwives are to be raised in a manner that strongly harms the part-time-working midwife, who can not deliver (bad pun!) the numbers necessary to finance herself. Midwives, who are the golden helping hands in births, should not need to choose between their own families and work (deliveries of 24/year, which is standard for a part-time-midwive, result in a total win of ZERO, the insurance eating 66% of the income – and that’s without the rest of expenses).

petition

Die neuen Versicherungsbeiträge für freiberufliche Hebammen drohen, diesen das Genick zu brechen. Zumindest Hebammen, die nur in Teilzeit tätig sind, kommen mit den neu angesetzten Beiträgen auf plus minus null Euro Gewinn. Das kann nicht sein!

Hebammen sind die wichtigsten „Teilhaber“ bei der Geburt neben der Gebärenden. Sie spenden Rat und Trost, helfen tatkräftig und unterstützen die Frauen, wenn sie nicht mehr können, machen sie stark, wenn sie vielleicht schon verzweifeln und vermeintlich am Ende ihrer Kräfte sind.

Schon so manches Kind wäre ohne Hebamme nicht spontan entbunden, sondern per Kaiserschnitt auf die Welt geholt worden. Eine kompetente Hebamme weiß aber auch, wann die Fahrt ins Krankenhaus ansteht bzw. wann ein operativer Eingriff unumgänglich ist.

Selbst bei Komplikationen, die ärztlichen Beistand notwendig machen, steht die Hebamme an vorderster Front und unterstützt die Frau, wo sie kann.

Hebammen helfen, zu Hause zu entbinden, im Geburtshaus oder in der Klinik. Sie setzen manuelle Therapien ein, homöopathische Tropfen und Globuli, Tees, sanfte schulmedizinische Medikamente. Ohne Hebamme ist eine Geburt in der Regel ungleich schwerer (erfahrene Multipara in Einzelfällen ausgenommen), gefährlicher, beängstigender.

Geburt ist ein natürlicher Vorgang, keine Krankheit. Dem Wunsch einer gesunden Schwangeren, krankenhausfern zu entbinden, muß nachgegangen werden können. Wenn keine mütterlichen oder kindlichen Risikofaktoren dagegen sprechen, verlaufen Geburten ohne ärztliche Aufsicht nicht weniger komplikationslos als Kreißsaalgeburten.
Bis auf wenige Ausnahmen leitet auch im Kreißsaal die Hebamme die Geburt (in suboptimalen Krankenhausbedingungen gibt es allerdings auch oft nur ein paar Hebammenschülerinnen, die mehrere Kreißende parallel betreuen müssen), Ärzte werden oft erst direkt zur Entwicklung des Kindes hinzugezogen; dieses geschieht in beiderseitiger Absprache (Arzt-Hebamme).

Nur eine Vollzeit-arbeitende Hebamme kann mit den geplanten Haftpflichtbeträgen überhaupt noch etwas verdienen. Vollzeit heißt in diesem Bereich des Gesundheitssystems allerdings, daß keinerlei Freiräume für die eigene Familie bleibt, ein grausames Paradox gegenüber dieser wohl kinderfreundlichsten Profession.

Die unten dargestellte Grafik (mit Dank entlehnt vom
Geburtshaus Steglitz
in Berlin) zeigt das Mißverhältnis der Beitragssumme gegenüber den zu leistenden Geburten. Man muß sich im Klaren darüber sein, daß 24 Geburten nach wenig klingt; im Endeffekt leisten freie Hebammen, die u.a. an Geburtshäusern oder als Beleghebammen tätig sind, allerdings nicht „nur“ die Unterstützung während der Geburt selber, sondern übernehmen oft bereits die Vorsorgeuntersuchungen, die oft mehrere Wochen andauernde Rufbereitschaft, Hausbesuche vor der Geburt sowie die extensive und persönliche, intime Nachsorge nach der Entbindung… für jede einzelne Frau und, in unterschiedlichen Phasen, gleichzeitig für mehrere parallel. Das Ganze mit hoher Verantwortung und Kompetenz, und vor allem Liebe zum Beruf. Unter diesem Aspekt ist diese simple „24“ ganz anders zu betrachten.

Diagramm

Ich bitte daher um eine Unterschrift. Das sowieso schon angeschlagene Gesundheitssystem droht nun einer weiteren Berufsgrupe mit unhaltbaren Arbeitsbedingungen.

Um abzustimmen, ist eine Registrierung beim ePetitionen-System des Deutschen Bundestages notwendig (Identitätsvalidierung). Dieses geht schnell, Verweise auf Anleitung bzw. Erklärung finden sich unter o.g. Link(s). Die Daten werden nicht für Werbung bzw. Spam genutzt!

Wer jetzt geneigt ist, zu denken, daß eine einzelne Unterschrift wohl nicht so wichtig sein könne, der sei von mir persönlich herzlich einmal in den Allerwertesten getreten. Diese Diskussion bin ich nicht mehr bereit, zu führen.

Allen Anderen vielen Dank!

April 7, 2010

Honorarärzte

Filed under: Favoriten,gesehen und gehört,Gesundheitssystem — arzt4empfaenger @ 6:13 pm

Über Leih- bzw. Honorarärzte

Inspired by http://drgeldgier.wordpress.com/2010/01/28/arztemangel-bereitschaftsdienst-gut-bezahlt/

In der Regel sind Leih- oder Honorarärzte keine Dauerlösung aber doch eine feine Sache – wenn es in der Klinik mangelt, können Sie Lücken kurzfristig füllen und bei entsprechender Planung sogar helfen, ein gestreßtes Team zu entlasten. Die meisten Honorarärzte sind übrigens Fachärzte (überwiegend Anästhesisten), die sich schnell eingewöhnen können und so dann auch ihre Dienste zuverlässig erfüllen (ITS-Dienste übernimmt man in einem neuen Haus nicht am ersten Tag und nur nach guter Einarbeitung in die hausinternen Abläufe) – ich würde also lieber einen Leiharzt haben als keinen Arzt, wenn es ums Patient-sein geht. Viele Notärzte sind im übrigen auch Honorarärzte oder zumindest honorarärztlich tätige Ärzte.

Die Diskrepanz zwischen der monetären Vergütung ist natürlich groß, aber 70€ sind auch nicht der Standard. Je nach Verhandlungen und Spezialgebiet (Frühgeborenenanästhesie/Kinderkardiochirurgie) sind denke ich ab 55€ Stundenlöhne “drin”; 70€ sind allerdings schon gut für einen regulären Dienst! Manche Verträge einigen sich auch auf eine niedrige Pauschale pro Tag/WE plus stundenweise Extravergütung pro tatsächlichem Einsatz, z.B. im OP.

Umgekehrt betrachtet: ein Freiberufler bezahlt u.a. seine eigene Versicherung und hat kein 100%ig sicheres monatliches Einkommen. Vergleicht man den Lohn eines Klinikangestellten mit dem eines Handwerkers, bekommt man graue Haare… und der Arzt hat ungleich mehr Verantwortung und Risiko zu tragen!

Allen Ernstes darf man es mit den Stundenlöhnen nicht übertreiben, aber die vom Arzt geleistete Arbeit nach ewigem Studium ist doch wohl genausoviel wert wie die Arbeit des Automechanikers, ansonsten ist ein frühes Burnout oder gar ein Ausstieg aus Frust verständlich. Der Ärztemangel hat in diesem Fall wenigstens einige “gerecht entlohnt”.

Wer Arzt sein will, sollte nicht *wegen* des Geldes arbeiten, er sollte sich aber auch nicht (von der Klinikleitung) mit Füßen getreten fühlen, weil seine Gutherzigkeit (oder auch Dummheit?) ausgenutzt wird unter dem Vorwand des edlen Motives hinter dem Arztberuf! Die beste Lösung wäre ganz klar eine gerechtere Vergütung aller Ärzte bei verbesserten Arbeitsplatzbedingungen, dann wäre das Ärztemangelthema bald keines mehr.

Solange irgendein Bürohengst des Managements alles daransetzt, den Arbeitsalltag beispielsweise im OP zu erschweren (neue tolle PC-Programme, die den Arzt zum Scoren zwingen und ihn vom Patienten fernhalten), um die Abrechnungen leichter zu machen, sehe ich allerdings schon jetzt schwarz.

Das lag mir gerade auf dem Herzen, auch wenn der Beitrag vielleicht gar nicht so kritisch gemeint war. Böse Zungen könnten übrigens behaupten, daß anhand an der Zahl der Leihärzte auf die (zu Wünschen übriglassende) Güte des Hause rückschließen könnte. Es hat schließlich Gründe wenn die OÄ alle drei Monate wechseln oder ein CA Assistenten verschleißt bis zum gehtnichtmehr. ;-P

Dezember 11, 2009

Beelitz Heilstätten

Filed under: Favoriten — arzt4empfaenger @ 11:57 am

Wunderbare Fotos der Beelitz Heilstätten finden sich hier (Quelle: Flickr).

Für den einen gruselig, für den anderen schön… ich könnte mir ein Leben in diesen Räumlichkeiten gut vorstellen. Ein bißchen Staub gewischt und schon glänzt alles wieder wie neu. Beim Rest kann Mann sich endlich so richtig mit den schweren Geräten austoben. 😉 Besser als so ein 0815 Industrieloft ist es allemal.

März 14, 2009

Filed under: Favoriten,Humor — arzt4empfaenger @ 6:18 pm

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Ich muß arbeiten, daher gibt es nur einen logischen Schluß – ein Blog eröffnen! 😉

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